Hiking Costa Rica – Cerro Chirripó

Auf dem Weg von Panama nach Nicaragua wollte ich nur 2-3 Stops in Costa Rica einlegen, einer davon ist der Cerro Chirripo im gleichnamigen Nationalpark. Der Park liegt im (weniger touristischen) Süden des Landes in der Nähe von der zweitgrößten Stadt Costa Ricas: San Isidro de el General. Von dort nimmt man einen Bus nach San Gerardo de Rivas (sind zwar nur 22km aber der Bus braucht etwa 1,5h), dass bereits mitten in der Cordillera de Talamanca auf etwa 1400m liegt. Da mein Hostel (Hostal Uran) weiter oben direkt am Einstieg zum Chirripo liegt, kommen noch einmal 30-40 Minuten Fußweg (ca 1,5km) den Berg rauf hinzu. Leider macht es einem die Costa Ricanische Nationalparkverwaltung wirklich schwer Refugios (Berhütten) zu buchen oder auch nur den Eintritt für den Nationalpark zu bezahlen. Man muss nämlich anrufen und telefonische eine Reservierung für den Park vornehmen. Hat man die Reservierungsnummer kann man entweder per Internetzahlung (wenn man Costa Ricaner ist) oder per Direkteinzahlung bei der Banco Nacional in San Isidro (ein Halbtagesausflug) bezahlen. Mit der entsprechenden Bestätigung muss man dann persönlich einen Tag vor Aufstieg bei der Nationalparkverwaltung in San Gerardo vorstellig werden, bekommt seine Tickets und kann damit schlussendlich das Refugio buchen gehen. Leider ist die Reservierung nur von Montag bis Freitag möglich. Kommt man nun (so wie ich) am Samstag Vormittag zur Nationalparkverwaltung in San Gerardo (bis vor drei Wochen gab es dort 10 Last-Minute-Tickets für jeden Folgetag) bringt man zwar in Erfahrung dass es im Park und auf der Hütte freie Plätze für morgen gäbe, er diese allerdings nur Mo-Fr reservieren darf. Ich solle also Montag wiederkommen und für Dienstag Tickets kaufen! Da ich nicht noch drei Tage rumsitzen wollte um diesen Berg zu besteigen habe ich mich Samstag Nachmittag entschlossen den Berg halt dann an einem Tag zu besteigen und das Refugio zu vermeiden (das ist zwar nicht ganz legal, aber wenn niemand mein Geld haben will…). Bin also um 20:00 ins Bett und um 1:00 wieder aufgestanden, kurz etwa gegessen und gegen 1:30 gestartet. Die ersten 4 km (1000hm) bis zum eigentlichen Nationalparkeingang sind relativ steil, und vor allem sehr matschig, so dass man des öfteren im trügerischen Schein der Stirnlampe bis fast zum Knöchel im Sumpf versinkt. Ab dem Nationalparkeingang wird es dann besser, für die meisten matschigen Stellen (von und wegen der Mulis die Vorräte hinauftransportieren) gibt es am Rand abgetrennte und trockene Fußwege. Bei etwa km 7 gibt es eine kleine Jausenstation mit Trinkwasser. Weiter geht es den Berg hinauf bis zum Cerro sin fé (Berg ohne Glauben – km 11, 3200m), wo es dann langsam hell wird (weil sich der Wald lichtet und die Sonne aufgeht). Von dort geht es auf und (leider ziemlich viel auch wieder) ab bis man bei km 14,2 zum Refugio (Albergue Crestones) kommt (ich habe bis hierher etwa 5:30h gebraucht, normal sind etwa 6 – der Lonely Planet schreibt 7-14 Stunden 🙂 ). Eine kurze Rast und weiter geht es den Paramo entlang (auf und ab) über zwei Sättel, bis man bei km19,5 und etwa 2:30h später eine ziemliche Steigung (man braucht die Hände) zum Gipfel auf 3850m hinauf geht. 20km, ca. 2700hm und 8:15 nach meinem Aufbruch komme ich am Gipfel an und ein bisserl fertig. Es ist relativ kalt und windig, aber die Wolken die den Gipfel umhüllen lassen zumindest ab und zu Blicke auf die umliegenden Bergseen zu. Den vielgerühmten Blick von Atlantik bis Pazifik kann man natürlich während der Regenzeit komplett vergessen. Nach etwa 30 Minuten Pause beginne ich den Abstieg und komme ziemlich genau 5h später wieder – ziemlich Fuß- und Kniewund – gerade noch vor dem beginnenden Wolkenbruch wieder an meinem Hostel an. Die 40 km und 2700hm die in meinen Knochen stecken vertreibe ich dann mit ein paar „Imperial“ Bieren, gegen den Hunger gibt es einen Salat und einen Burger. Ob ich so  eine Tour so schnell wiedermache muss ich mir noch überlegen! 😀

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