Salta – Tren a las Nubes (mit dem Auto)

Roadtrip Salta

Roadtrip Salta

Roadtrip Salta

Roadtrip Salta

Roadtrip Salta

Roadtrip SaltaNach einer 18-stündigen Busfahrt erreichen wir Salta gegen 7 Uhr morgens, beziehen unser Hostel und machen uns an die schwierige Aufgabe kurzfristig einen Mietwagen für den morgigen Karfreitag zu finden. Das gestaltet sich deshalb nicht ganz so einfach, weil viele Argentinier sich über die Feiertage ein Auto nehmen um Verwandte zu besuchen. So habe ich also  gefühlt jedes Reisebüro und jeden Mietwagenverleih abgeklappert, nur um immer wieder zu hören “Lo siento, no tenemos mas autos”. Irgendwann abends hab ich es dann nochmal bei einer Firma probiert, die nachmittags zu hatte und tatsächlich: Es gibt noch genau einen (wenn auch recht klapprigen, da leicht verunfallten) Wagen.

Unser Plan ist ein Rundkurs, bei dem wir zuerst den Gleisen der berühmten “Tren a las Nubes” (Zug zu den Wolken) folgen, bis zum höchstgelegenen Bahnhof der Welt in San Antonio de los Cobres und danach zum berühmten Viadukt “La Polvorilla”. Über die Salinas Grandes, Huamarca und San Salvador de Jujuy sollte es dann wieder zurück nach Salta gehen, wo wir um 1:00 morgens den Bus nach San Pedro de Atacama (Chile) nehmen wollen.

Somit starten wir (Nadine, Eva und ich) um kurz nach sieben morgens auf der Ruta 51 Richtung San Antonio de los Cobres (“de los Cobres” wegen des Kupfers das hier abgebaut wird). Während sich langsam die Sonnenstrahlen einen Weg in die immer tiefer eingeschnittenen Täler suchen folgen wir den Gleisen auf einer nur teilweise asphaltierten Strasse und schrauben uns langsam von Salta (1190m) die Quebrada del Toro hinauf. Nach und nach verändert sich die Vegetation aus Pampagrass und den tiefroten Ceibos (Argentiniens Nationalblume) hin zu großen Kakteen (Alamos), die Felsen werden zerklüfteter und immer farbiger, als wir Chorillos passieren und die Quebrada Colorada (2350m, km 65) erreichen.


Immer weiter geht es bis wir Santa Rosa de Tastil erreichen (3080m, km 103), wo wir einen ersten längeren Stop einlegen um die dortigen berühmten Ruinen aus der Prä-Inka Zeit zu besuchen. Diese Ruinen liegen alle auf einem exponierten (leicht zu verteidigenden) Hügel, auf dem die damaligen Bewohner (1336-1439 AD) ihre Häuser und Acker-Terrassen und ein kompliziertes Netz von Zisternen und Bewässerungskanälen aufgebaut haben.

Weiter geht es über den Abra Blanca Pass (4050m). Hier verändert sich die Landschaft schlagartig, und weicht der weiten, einsamen und trockenen Hochwüste (Puna). Nur wenige Menschen leben hier (hauptsächlich Indios), mit Ausnahme der Minenstädte wie San Antonio de los Cobres (3774m, km 168), das wir am frühen Mittag erreichen. Wir holen ein paar Informationen über den Zustand der Schotterpiste und der Flussdurchquerungen auf der Nationalstrasse 40 ein und tanken noch einmal, da es für die nächsten 200km keine Versorgungsmöglichkeiten mehr geben wird und es immer passieren kann dass man kurz vor Ende der Strecke wieder umdrehen und alles zurück fahren muss.

Bis zu dem berühmten Viadukt “La Polvorilla” (4200m) der Tren a las Nubes ist die Schotterpiste noch ganz okay. Wir halten dort kurz, stärken uns mit einem Coca-Maté (wir probieren auch ein stärkeres Gebräu aus einem Kraut namens “Levanta Muertos” – zu deutsch “Weckt Tote”) und klettern noch den Abhang des Viadukts zu den Gleisen hinauf, um die Wirkung des Coca-Matés auf unsere Höhen-Sport-Fähigkeiten zu dokumentieren 🙂


Dann geht es auf einer wirklich abenteurlichen Schotterpiste, gewürzt mit ein paar Bachdurquerungen, die unser klappriger Opel Corsa bravourös meistert 120km Richtung Norden, bis wir auf die aspahltierte und viel größere Ruta Nacional 52 kommen. Auf dem Weg nach San Salvador de Jujuy passieren wir den ersten großen Salzsee (Salinas Grandes), halten uns aber nicht lange auf, da wir schliesslich in Bolivien den Salar de Uyuni besuchen werden. In einigen vielen steilen Windungen geht es nun fast 2500hm hinunter nach Purmamarca (2200m) in der UNESCO-Welt-Kultur-beerbten “Quebrada de Huamaca” nach San Salvador de Jujuy.

Der Rückweg führt uns leider (bereits im stockdunkeln) auf die abenteuerliche Ruta Nacional 9. die zwar die kürzste Verbindung nach Salta darstellt, aber nicht unbedingt die schnellste. Erstens ist die Strasse nur zwei Meter breit, zweitens hat sie so viele Kurven, dass man grade mal auf 30 beschleunigen kann bevor man wieder bremsen muss und drittens so viele Tiere auf der Fahrbahn im stockdunklen Wald, dass es ein paarmal eine Vollbremsung braucht. Und trotz meiner besten Rennfahrkünste (und der erstaunlich gelassenen Mitfahrerinnen) schaffen wir es nur mit einer Stunde Verspätung zur Mietwagenrückgabe. Dank eines Anrufes wartet aber ein freundlicher junger Mann auf mich der mich sogar in die Stadt zurückfährt damit wir (Gott sei Dank) dann auch tatsächlich unseren Bus schaffen. 🙂

Leave a Reply