Bolivian Summits: Illimani (6438m)

Nach dem Huayna Potosi wollte ich auch noch auf an ‚gscheiten‘ 6000er, und weil er so schön über La Paz thront habe ich mir den 6438m hohen Illimani ausgesucht, zwar nur Boliviens zweithöchsten Berg, aber der beeindruckendste und grösste der Cordillera Real (Königskordillere). Diesmal (da der Illimani wesentlich schwieriger ist als der Huayna Potosi) mit einer anständigen Agentur (Altitud6000 -> Illimani) mit zertifizierten Bergführern. Gesgat getan, sind wir Freitag zu dritt (ein amerikanisches Pärchen und ich) mit zwei Bergführern (William und Hilarion) und einem Koch (Don Ivan) Richtung Basislager aufgebrochen. Die Strecke dorthin zieht sich (trotz der Nähe zu La Paz) wegen der beeindruckend schlechten Strassen, aber auch der zerklüfteten Landschaft (es geht unter anderem durch den sehenswerten Palca Canyon) fast 5 Stunden. Unterwegs ist bei unserem Minibus (Gott sei Dank nicht in einer Kurve) die Lenkstange gebrochen, und wir haben etwa eine Stunde gewartet bis uns das lokale Collektivo inklusive unseres Gepäcks aufgabelt und den Rest der Strecke bis Pinaya transportiert.

In Pinaya angekommen organisieren unsere Guides sofort Mulis (für den Transport zum Basislager) und Träger (für den Transport zum Hochlager), und wir brechen Richtung Basislager „Puente Roto“ (4400m) auf. Dort angekommen geniessen wir erstmal die Zeit mit ein paar Kraxeleien auf die umliegenden Hügel um eine Herde Lamas, ein paar Schafe und natürlich das imposante Massiv des Illimani zu bewundern, dass direkt vor uns etwa 1,6 km in die Höhe ragt, bevor die Mulis ankommen und wir unsere Zelte und das Küchenzelt aufbauen und es ein sehr leckeres Abendessen gibt.

Am nächsten Tag stehen wir gegen 8:00 auf, frühstücken und brechen dann (nach Ankunft der Träger) Richtung Hochlager „Nido de los Condores“ (Kondorsnest) auf. Der Weg geht erst einmal recht gemütlich, wird aber immer steiler und ungemütlicher. Wir klettern auf einem Bergrücken weiter ubnd weiter hinauf, bis wir links und rechts von Gletschern umgeben sind und es empfindlich kalt und wolkig wird. Auf dem letzten Stück muss man ab und zu einmal die Hände zu Hilfe nehmen (und man fragt sich wie die Träger mit ihren Sandalen das machen), bis man dann auf einem ebenen Schneefeld zu Fuss des mächtigen Illimanigletschers ankommt. Hier ist das Kondorsnest auf 5500m, und wir schlagen gleich einmal unsere Zelte auf, und geniessen dann einen Tee und ein sehr frühes Abendessen, bevor wir uns bei deutlichen Minusgraden gegen 18:30 in den Zelten in unsere Schlafsäcke kuscheln – schliesslich heisst es um 0:00 wieder aufzustehen, wir wollen um 1:00 los. 

Selten ist es mir so schwer gefallen aus dem warmen Schlafsack zu steigen (die Investition in einen anständigen Daunenschlafsack in Santiago hat sich gelohnt). Gott sei Dank habe ich die sowohl die wichtigsten Kleidungsschichten als auch die Innenschuhe meiner Stiefel bereits mit in den Schlafsack genommen und aufgewärmt. Nach einem kurzen Frühstück mit Tee und Porridge (Danke Nadine!) geht es dann wie geplant um 1:00 los Richtung Gipfel. Der Weg ist anstrengend, aber es ist Gott sei Dank nicht so kalt (dass wird es immer erst gegen morgens wenn der Wind auffrischt), und so geht es stetig bergan. Der Weg ist fast immer steiler als am Huayna Potosi, und zwischendrin gilt es die relativ eisige und steile (bis 60º) Escalera al Cielo (Trepe zum Himmel) zu überwinden. Ein kurzes Stück davon steigen wir auf Frontalzacken und Cuatro-Pata (Vier Pfoten) Techhnik um 🙂 Leider wird es auf dem Weg nach oben immer kälter und windiger, und aus der sternenklaren Nacht (man hätte zu Beginn fast keine Stirnlampe gebraucht) wird ein recht ungemütrlicher Schneesturm, der mit volle Macht über uns heeinbricht als wir gerade recht zum Sonnenaufgang (7:20) am Gipfel (6438m) angekommen sind. Und so machen wir nur schnell ein paar Gipfelfotos bevor ohne Pause sofort wieder mit dem Abstieg beginnen. 

Erst weiter unten wird es etwas geschützter und so gönnen wir uns eine kurze Pause, ein halbgefrorenes Getränk und einen kompett durchgefrorenen Snickers-Riegel. Auf dem weiteren Weg nach unten geniessen wir noch ein paar Ausblicke, bevor wir nach knapp zwei Stunden (9:15) wieder im Kondorsnest ankommen.

Ein kurzer Tee, eine halbe Stunde schlafen und dann heisst es zusammenpacken und absteigen ins Basislager. Weil das Schneeschmelzen soviel Gas benötigt hat und wir quasi nichts mehr zum Abendessen kochen übrig haben, steigen wir gleich noch den restlichen Weg ins Dorf hinab und schlagen unser Camp mitten am Dorfplatz auf. Dort gibt es dann ein kühles Bier bevor wir uns todmüde schlafen legen. 1000m hinauf und 2600m hinab sind ein ganz schöner Schlauch! 🙂

 

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